Kamera Tests

Panasonic Lumix LX15 Test

Testbericht vom 4. Februar 2019

Noch vor einigen Jahren konnten sich Fotoenthusiasten kaum vorstellen, ohne eine ordentliche Spiegelreflexkamera auf Reisen zu gehen. Kompaktkameras waren meist mit winzigen Bildsensoren ausgestattet, deren Bildqualität für großformatige Abzüge kaum ausreichte. Inzwischen verbauen die Kamerahersteller größere 1-Zoll-Chips, die einen guten Kompromiss aus geringer Kameragröße und guter Bildqualität versprechen. Eine dieser Kameras ist die Panasonic Lumix LX15. Ob diese Kombination das Zeug zum ständigen Begleiter hat, kläre ich in diesem Test.

Panasonic Lumix LX15
Panasonic Lumix LX15

Testbericht Panasonic Lumix LX15

Lieferumfang

Ausstattung

Die Panasonic Lumix LX15 verfügt über einen Bildsensor im 1"-Format, der mit 20 Megapixeln recht hoch auflöst und ein Seitenverhältnis von 3:2 aufweist. Videos werden in Full-HD (1920 × 1080) mit bis zu 100 Bildern/s aufgenommen, in 4K (3840 × 2160) sind es noch 30 Bilder/s. Als Empfindlichkeit stehen ISO 80 bis 25.600 zur Verfügung, im Videomodus sind ISO 125 bis 6400 möglich.

Beim fest verbauten Objektiv handelt es sich um ein von Leica gerechnetes 3-fach-Zoom, welches den klangvollen Namen „LEICA DC VARIO SUMMILUX 1:1.4-2.8/8.8-26.4“ trägt. Die Brennweite entspricht 24-72 mm an einer Kleinbildkamera.

Objektiv der Panasonic Lumix LX15
Das Objektiv der Lumic LX15 wird flach im Gehäuse versenkt.

Das Klappdisplay auf der Rückseite bietet eine Diagonale von 3 Zoll und löst mit 1,04 Megapixeln auf. Es handelt sich um einen Touchscreen, der für Selfies um 180° nach oben geschwenkt werden kann. Über einen Sucher verfügt die Lumix LX15 nicht, sodass man immer auf das Display angewiesen ist.

Display der Panasonic Lumix LX15
Das Display lässt sich nur nach oben schwenken, jedoch nicht seitlich ausklappen.
Selfies mit der Panasonic Lumix LX15
Um 180 Grad hochgeklappt eignet sich der Bildschirm prima für Selfies.
Touchdisplay der Panasonic Lumix LX15
Das Touchdisplay zeigt auf Wunsch dauerhaft einen Horizont an, der beim Ausrichten der Fotos hilft.

Das Kameragehäuse besteht zu guten Teilen aus Metall, aus der Oberseite klappt bei Bedarf ein Blitz heraus. Mit mobilen Geräten kann eine Wifi-Verbindung zur Bildübertragung oder Fernsteuerung hergestellt werden. Hinter einer kleinen Klappe an der Seite liegen ein Micro-USB-Anschluss zum Aufladen des Akkus und Anschließen an einen PC sowie eine HDMI-Buchse (Typ D) zur Ausgabe eines Videosignals.

USB- und HDMI-Anschluss der Panasonic Lumix LX15
Hinter der kleinen Klappe auf der linken Seite findet man einen Micro-HDMI- sowie einen Micro-USB-Anschluss.

Erster Eindruck

Die Panasonic Lumix LX15 wird in einem ziemlich kleinen Karton verkauft und darin befindet sich eine ebensolche Kamera. Griffwulst und Daumenauflage sind zwar nicht sonderlich stark ausgeprägt, dennoch liegt die Kamera richtig gut in meiner (eher kleinen) Männerhand. Die Materialwahl ist hochwertig, das Gehäuse besteht teilweise aus Metall und so fühlt sich die kompakte Kamera nicht wie ein Spielzeug, sondern wie ein solides Stück Technik an.

Auf der Unterseite befindet sich das Typenschild mit dem Hinweis „Made in China“. Das ist heutzutage kein negatives Merkmal mehr, wenn man bedenkt, dass auch Apple seine iPhones und iPads in China herstellen lässt.

Neben der Kamera befindet sich im Karton nicht allzu viel. Da die Kamera so klein ist, würde ich empfehlen, die mitgelieferte Handschlaufe sofort an der Kamera zu befestigen.

Beim mitgelieferten „Ladegerät“ handelt es sich eigentlich nur um einen Steckdosenadapter mit USB-Anschluss, der mithilfe des mitgelieferten USB-Kabels den Akku direkt in der Kamera laden kann. Alternativ lässt sich natürlich auch jedes Handyladekabel mit Micro-USB-Anschluss nutzen. Das Laden eines Zweitakkus vom Typ DMW-BLH7 (nicht im Lieferumfang enthalten) lässt sich allerdings auch nur in der Kamera bewerkstelligen. Alternativ muss man auf ein externes Ladegerät eines Zubehörherstellers zurückgreifen.

Akku und SD-Karte der Panasonic Lumix LX15
Auf der Unterseite befindet sich das Fach für den Akku und eine SD-Karte.

Bedienung

Falls man bereits eine andere Kamera von Panasonic verwendet hat, fühlt man sich mit der Lumix LX15 schnell vertraut. Die Menüs sind horizontal aufgebaut: links befinden sich die Hauptordner, rechts die seitenweise durchzublätternden Einträge. Ganz ähnlich wie auch bei Spiegelreflexkameras von Nikon. Viele Funktionen lassen sich direkt über den Touchscreen steuern, andere über das Steuerkreuz rechts daneben und zusätzliche Tasten. Da das kompakte Gehäuse wohl nicht genug Platz bietet, sind nicht alle essentiellen Funktionen durch ein eigenes Knöpfchen vertreten. Der ISO-Wert etwa muss standardmäßig über das Menü eingestellt werden, welches sich über das Kamerabild legt. Dafür lassen sich allerdings die Tasten Fn1 bis Fn3 wahlweise mit zahlreichen vorgegeben Funktionen belegen, sodass man sich in dieser Hinsicht ganz einfach Abhilfe schaffen kann.

Die Kamera wird über einen kleinen Hebel am Moduswahlrad angeschaltet, woraufhin das Zoomobjektiv herausfährt. Die Brennweite kann dann durch die Wippe am Auslöser stufenlos verändert werden. Alternativ bietet sich der Ring am Objektiv dafür an, dann zoomt die Kamera jedoch nur in vordefinierten Stufen von 24, 28, 35, 50, 70 sowie 72 mm. Wählt man den manuellen Fokus, erfolgt die Scharfstellung über den gleichen Ring, mithilfe der digitalen Lupe funktioniert das auch recht komfortabel und zuverlässig. Direkt dahinter befindet sich der Blendenring, welcher im Modus „Blendenvorwahl“ die Wahl der Blende ermöglicht.

Zoomobjektiv der Panasonic Lumix LX15 Kamera
Am Sockel des Zoomobjektivs der Panasonic Lumix LX15 Kamera befindet sich ein Blendenring sowie ein frei belegbarer Einstellring.

Auf der Oberseite der Kamera befindet sich ein zusätzlicher Auslöser für Videoaufnahmen sowie ein versenkt eingebauter Aufklappblitz, welcher vor der Benutzung mittels eines kleinen Hebels entriegelt werden muss.

Blitz der Panasonic Lumix LX15
Auf der Oberseite klappt bei Bedarf ein kleiner Blitz aus.

Einen Zubehörschuh sucht man vergeblich, sodass ein externes Blitzgerät oder anderes Zubehör nicht angeschlossen werden kann. Doch diese Anschlussmöglichkeit vermisst man bei einer solch kompakten Kamera vermutlich auch nicht allzu oft.

Links zur Kamera

Fotografieren mit der Panasonic Lumix LX15: Praxiseindrücke

Hält man die Panasonic Lumix LX15 in der Hand, kann man ohne Umschweife losfotografieren. Auslöser und Zoomwippe liegen an von Kompaktkameras gewohnter Stelle und im Automatikmodus nimmt die Kamera dem Nutzer ohnehin alle Einstellungen ab.

Zoomwippe und Moduswahlrad der Panasonic Lumix LX15
Die Oberseite der Lumix LX15 bietet neben der Zoomwippe ein Moduswahlrad und einen extra Knopf für Videoaufnahmen.

Wer sich mit der Technik etwas besser auskennt, kann jedoch zuerst einige Einstellungen vornehmen und die Kamera seinen eigenen Vorlieben anpassen. Ich fotografiere meistens im Modus „Zeitautomatik“ (A), welcher auch Blendenvorwahl genannt wird. Statt den ISO-Wert ständig manuell zu justieren nutze ich die Automatik (ISO Auto), welche im Dunkeln verwackelte oder im strahlenden Sonnenlicht überbelichtete Aufnahmen verhindert. Da die Kamera Fotos in den Formaten RAW (RW2) und JPEG gleichzeitig aufnehmen kann, stehen mir in der Nachbearbeitung (etwa mit Adobe Lightroom) alle Türen offen. Gleichzeitig kann man Fotos als Jpegs direkt aus der Kamera verwenden, wenn es mal schnell gehen soll. Wer es richtig eilig hat, dem steht die Bildübertragung per Wifi an ein Smartphone oder Tablet zur Verfügung. Dafür muss lediglich die Panasonic Image App (gibt es für Android und iOS) installiert und das jeweilige Gerät mit der Kamera gekoppelt werden. Schon lassen sich bereits aufgenommene Bilder übertragen. Alternativ kann sogar die ganze Kamerasteuerung von der App aus erledigt werden. Ich finde es sehr praktisch, wenn das Smartphone als Fernbedienung genutzt werden kann.

Egal ob per App oder mit der Kamera in meinen Händen: im Test hat mich der schnelle und genaue Autofokus der Lumix LX15 immer wieder begeistert. Er steht guten Spiegelreflexkameras in Sachen Geschwindigkeit nicht nach und liegt auch bei bewegten Motiven oft richtig. Die Gesichtserkennung visiert dabei auch mehrere Gesichter gleichzeitig korrekt an. Schön zu sehen ist dies auch, wenn man das Display für (Gruppen-)Selbstportraits nach oben klappt. Dann zeigt es in Richtung Motiv und der Bildausschnitt kann zuverlässig gewählt werden. Dank des Weitwinkels (24 mm entsprechend Kleinbild) passen bei ausgestrecktem Arm zusätzlich zum Fotografen noch einige weitere Personen mit aufs Bild.

Insgesamt deckt das verbaute LEICA DC VARIO SUMMILUX 1:1.4-2.8/8.8-26.4 einen Bereich von 24 – 72 mm (entsprechend Kleinbild) ab und ist dabei mit Blende f/1,4 bei 24 mm Brennweite ziemlich lichtstark. Leider sinkt die Lichtstärke mit zunehmender Brennweite schnell ab und so sind jenseits der 30 mm lediglich Blendenwerte ab f/2,8 wählbar. Das ist für eine so kompakte Kamera, deren Objektiv fast ganz im Gehäuse verschwindet, dennoch ein ordentlicher Wert. Im Telebereich ist bei 72 mm Schluss, was für anständige Portraits reicht. Weit entfernte Tiere in der Natur oder Details in einer weiten Landschaft lassen sich damit jedoch nicht heranzoomen.

Testbilder Panasonic Lumix LX15

Bildqualität im Test

Für eine Kompaktkamera ist der 1"-Sensor (die Diagonale beträgt einen Zoll, circa 2,54 cm) relativ groß. Daher kann man eine bessere Bildqualität als bei Kameras mit kleineren Sensoren erwarten. Und besser als mit einer Smartphonekamera gelingen die Aufnahmen ebenfalls. Gleichzeitig kann man nicht die Bildqualität einer Vollformatkamera erwarten, auch wenn das verbaute Objektiv insgesamt eine durchaus überzeugende Leistung abliefert.

Ich habe eine wunderschöne Ziegelwand fotografiert, welche die Bildschärfe in verschiedenen Zoomstufen verdeutlicht. Die Bildmitte macht bei allen Brennweiten bereits bei Offenblende einen guten Eindruck und überzeugt mit hoher Schärfe.

Panasonic Lumix LX15: Bildmitte von Testaufnahmen
Bildmitte von Testaufnahmen mit der Panasonic Lumix LX15.

Zum Bildrand hin fällt die Schärfe bei 24 mm Weitwinkel deutlich sichtbar ab, auch leichte Farbsäume werden sichtbar.

Panasonic Lumix LX15: Rechter oberer Rand von Testaufnahmen
Rechter oberer Rand von Testaufnahmen der Panasonic Lumix LX15.

Die übrigen Brennweiten zeigen zwar eine leichte Randabdunklung (Vignettierung) bei Offenblende, insgesamt muss man jedoch bedenken, dass das Hauptmotiv nur sehr selten in einer Bildecke platziert wird.

Für die ISO-Testaufnahmen hat einmal mehr ein kleiner Teddy Modell gestanden, da sein Fell die Detailwiedergabe feiner Strukturen gut verdeutlicht.

Testmotiv für den ISO-Vergleich
Testmotiv für den ISO-Vergleich mit Filmverpackungen und Teddybär.

Bei niedrigen ISO-Werten ist die Bildwiedergabe tadellos, ab ISO 400 wird ein leichtes Rauschen sichtbar. Die Rauschunterdrückung macht jedoch einen so guten Job, dass die Fotos bis ISO 3200 ansprechend aussehen. Ich würde diese ohne zu zögern ausbelichten lassen. Erst ab ISO 6400 verlieren Kanten deutlich an Schärfe und bei ISO 25.600 sind schließlich Wölkchen sichtbar, die das Bild überlagern.

Panasonic Lumix LX15: ISO-Vergleich
Bildrauschen im ISO-Vergleich.

Video

Im Videomodus benötigt man nur selten allzu hohe ISO-Werte, da man normalerweise mit 25 Bildern/s (in 4K) oder 50 Bildern/s (Full HD) filmt und dies relativ lange Belichtungszeiten sind. Der Bildausschnitt in 4K ist etwas enger als in Full HD. In beiden Modi macht der Bildstabilisator seine Arbeit sehr ordentlich und führt zu angenehm ruhigen Aufnahmen, solange man sich selbst nicht bewegt.

Der Autofokus verrichtet seine Arbeit ebenfalls meist gut, liegt allerdings auch mal daneben, wenn man ihn auf „kontinuierlich“ einstellt. Das Fokussieren an sich läuft angenehm langsam und ohne viel „Pumpen“, sodass es beim Ansehen nicht stört. Und wer experimentierfreudig ist, kommt mit Zeitlupen- (100 Bilder/s) und Zeitrafferaufnahmen auf seine Kosten.

Testergebnis Panasonic Lumix LX15: Pro & Contra

Panasonic Lumix LX15 Kompaktkamera

Panasonic Lumix LX15 Kompaktkamera
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Kompakte Maße
  • Sehr gute Bildqualität für eine Kompaktkamera
  • Großer Funktionsumfang
  • Gering ausgeformter Griff
  • Hohe Anfangslichtstärke des Objektivs nimmt beim Zoomen schnell ab

Fazit

Die Panasonic Lumix 15 ist eine hübsche, kleine Kamera mit großem Funktionsumfang. Wer auf ein langes Telezoom verzichten kann, findet in ihr eine tolle Reisebegleiterin, die auch in kleinen Taschen problemlos Platz findet und sich wunderbar mit Smartphone oder Tablet verbinden lässt.

Foto- und Videoqualität liegen dabei auf hohem Niveau, sodass die LX15 für beide Bereiche genügt. Obwohl die Kamera bereits seit 2016 auf dem Markt ist, macht sie noch immer eine richtig gute Figur und bietet eine interessante Alternative zu den Kompaktkameras der Sony-RX100-Serie.

Andreas

Testbericht von Andreas

Andreas fotografiert seit fast zwanzig Jahren mit Digitalkameras und hat bereits mit einer Vielzahl von Kameramodellen gearbeitet. In all der Zeit hat er sich eine gesunde Portion Neugier erhalten und freut sich über jede technische Innovation. Wenn er nicht gerade Kameras testet, ist er als freiberuflicher Fotodesigner tätig.

Technische Daten

Kameramodell
Panasonic Lumix LX15
Markteinführung
2016
Auflösung
20,1 Megapixel
Sensortyp
CMOS
Sensorgröße
1 Zoll (13,2 mm × 8,8 mm)
ISO-Bereich
80 – 25.600
Akkuleistung
bis zu 260 Aufnahmen oder 35 Minuten Video
Bildformate
JPEG, RAW, RAW + JPEG
Serienbildgeschwindigkeit
30 Bilder pro Sekunde (bei 4K-Foto)
Objektiv
24 – 72 mm (entsprechend Kleinbild), f/1,4 - 2,8
Autofokus
DFD (kombinierter Kontrast- und Phasen-AF)
Verschlusszeiten (Foto)
1/4000 bis 60 Sekunden (mechanisch), 1/16000 bis 1 Sekunde (elektronisch)
Verschlusszeiten (Video)
1/16000 bis ½ Sekunden
Videoauflösung
3840 x 2160 Pixel (4K) in 30p oder 25p, 1920 × 1080 Pixel (Full HD) in 60p oder 50p
Videoformate
AVCHD Progressive, AVCHD, MP4
Tonaufzeichnung
Integriertes Stereomikrofon
Display
Klappbares 3"-Touch-LC-Display, 1.040,000 Bildpunkte
Sucher
Nein
Blitzgerät
Ausklappbar
Bildstabilisator
Ja, 5-Achsen-Hybrid
GPS
Nein
Wi-Fi
Ja
Anschlüsse
Micro-USB (2.0), Micro-HDMI (Typ D)
Speicherkartentyp
SD, SDHC, SDXC
Gewicht
310 g (mit Akku und Speicherkarte)
Abmessungen
105,5 mm × 60 mm × 42 mm

Panasonic Lumix LX15 Test

Panasonic Lumix LX15 Test
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